Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft — einst Gegenpol zu Siemens im Elektrogeschäft. Nach Auflösung 1996 wird die Marke von Electrolux für Weiße Ware weiterverwendet.
Von den Rathenau-Glühlampen zum Weltkonzern
Die Geschichte der AEG begann 1883 in Berlin, als Emil Rathenau die Deutsche Edison-Gesellschaft gründete und damit den Grundstein für die Elektrifizierung Deutschlands legte. In der Fabrik an der Brunnenstraße entstanden nicht nur elektrische Leuchtmittel, sondern bald auch technologische Innovationen wie der erste dreiphasige Wechselstrommotor, der die industrielle Energieversorgung revolutionierte. Unter der künstlerischen Leitung von Peter Behrens entwickelte AEG zudem eine wegweisende Corporate Identity, die Ästhetik und Technik harmonisch miteinander verband.
Produktikonen zwischen Lavamat und Magnetophon
In der Mitte des 20. Jahrhunderts prägte AEG den bundesdeutschen Alltag durch wegweisende Konsumgüter wie den ersten Vollautomaten 'Lavamat' im Jahr 1958. Parallel dazu setzte das Unternehmen technische Standards in der Rundfunktechnik mit der Entwicklung des Magnetophons, dem weltweit ersten funktionsfähigen Tonbandgerät. Diese Innovationskraft sicherte dem Konzern über Jahrzehnte die Marktführerschaft neben dem Erzrivalen Siemens und machte das Logo zum Inbegriff deutscher Ingenieurskunst.
Finanzieller Absturz und die Zerschlagung durch Daimler
Der Niedergang zeichnete sich bereits in den 1970er Jahren ab, als strategische Fehlentscheidungen im Bereich der Kernenergie und eine zu breite Produktpalette die Bilanzen belasteten. Trotz eines Vergleichsverfahrens 1982 und umfangreicher Kapitalspritzen gelang die dauerhafte Sanierung nicht, woraufhin Daimler-Benz den Konzern 1985 im Zuge der Vision eines 'integrierten Technologiekonzerns' übernahm. Die strategische Neuausrichtung unter Edzard Reuter scheiterte jedoch kolossal, was 1996 zur vollständigen Auflösung der AEG und der Löschung aus dem Handelsregister führte.
Das Erbe der drei Buchstaben unter Electrolux
Heute existiert die Marke AEG primär als Lizenzmarke weiter, nachdem der schwedische Electrolux-Konzern die Rechte für den Bereich der Haushaltsgeräte erworben hat. Die Produktion in den ehemals großen deutschen Werken, wie dem Nürnberger Werk für Waschmaschinen, wurde im Zuge der Globalisierung bis 2007 eingestellt und in osteuropäische Standorte verlagert. Trotz des Verlusts der unternehmerischen Eigenständigkeit bleibt der Markenname im Premiumsegment für Küchen- und Wäschepflegegeräte global präsent.