Deutsche Marken · Nr. 45

Fielmann

Günther Fielmann revolutionierte den deutschen Optikmarkt durch die Nulltarif-Brille. Marktführer im DACH-Raum, mehrheitlich in Familienhand.

Vom Cuxhavener Fachgeschäft zum europäischen Brillenmarktführer

Die Erfolgsgeschichte der Fielmann Group AG begann 1972, als Günther Fielmann seinen ersten Laden in Cuxhaven eröffnete. Durch den gezielten Bruch mit dem damals herrschenden Kassenbrillen-Diktat verwandelte er das notwendige Sehhilfsmittel in ein modisches Accessoire. Heute dominiert das Hamburger Unternehmen mit über 900 Niederlassungen den DACH-Raum und weitet seine Präsenz durch Zukäufe wie die von McOptic in der Schweiz massiv aus.

Demokratisierung des Designs durch den Sondervertrag mit der AOK

Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1981, als Fielmann einen Sondervertrag mit der AOK Esens schloss und die 'Nulltarif-Kollektion' einführte. Anstatt der standardisierten, stigmatisierenden Kassenmodelle bot Fielmann plötzlich 90 verschiedene Metall- und Kunststofffassungen zum Nulltarif an. Dieser radikale Ansatz beendete die optische Diskriminierung von Kassenpatienten und festigte das Markenversprechen 'Brille: Fielmann'.

Vertikale Integration und die Fertigung in Rathenow

Anders als viele Wettbewerber kontrolliert Fielmann die gesamte Wertschöpfungskette vom Design bis zur Auslieferung. Im brandenburgischen Rathenow betreibt der Konzern ein hochmodernes Produktions- und Logistikzentrum, in dem jährlich Millionen von Brillengläsern gefertigt werden. Diese vertikale Integration ermöglicht es der Marke, hohe Qualitätsstandards wie die Dreijahres-Garantie bei gleichzeitig aggressiver Preispolitik zu halten.

Stabilität durch die Familienholding und Generationenwechsel

Die Fielmann Group AG ist trotz ihrer Börsennotierung im SDAX tief in der Gründerfamilie verwurzelt, wobei die Fielmann Familienstiftung die Mehrheit der Anteile hält. Nach Jahrzehnten an der Spitze übergab Günther Fielmann die operative Leitung sukzessive an seinen Sohn Marc Fielmann, der das Unternehmen seit 2019 führt. Unter seiner Leitung treibt der Konzern die Internationalisierung und die digitale Transformation, etwa durch Online-Sehtests, voran.

Ökologische Verantwortung als Teil der Markenidentität

Fielmann verknüpft seine Marktpräsenz seit 1986 mit einem konkreten ökologischen Versprechen und pflanzt für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum. Bis heute sind so über 1,6 Millionen Bäume und Sträucher in ganz Europa gesetzt worden, was die langfristige Orientierung des Hamburger Familienunternehmens unterstreicht. Diese Strategie dient nicht nur dem Image, sondern ist fester Bestandteil der Corporate Social Responsibility des Konzerns.