Deutsche Marken · Nr. 63

Trigema

Deutschlands größter Textilhersteller mit ausschließlicher Inlandsproduktion. Wolfgang Grupp führte den Betrieb bis 2024 als Alleinunternehmer.

Von den Gebrüdern Mayer zur Ära Grupp in Burladingen

Die Geschichte von Trigema begann im Jahr 1919 unter dem Namen 'Mechanische Trikotwarenfabriken Gebr. Mayer KG', bevor Wolfgang Grupp das Unternehmen 1969 von seinem Vater übernahm. Grupp transformierte den verschuldeten Betrieb radikal, indem er das Sortiment auf den Freizeitbereich fokussierte und die Markenbekanntheit massiv steigerte. Mittlerweile gilt das Unternehmen als einer der letzten großen Textilhersteller, die sämtliche Produktionsstufen von der Garnveredelung bis zum Versand auf der Schwäbischen Alb belassen haben.

Der Affe und das Versprechen der Inhaberhaftung

Einzigartig in der deutschen Werbelandschaft war über Jahrzehnte der Auftritt eines Schimpansen im Vorabendprogramm der ARD, welcher den Schriftzug der Firma präsentierte. Dieser TV-Spot untermauerte den Slogan 'Deutschlands größte Trikotwarenfabrik', der heute als Synonym für 100 Prozent 'Made in Germany' steht. Wolfgang Grupp senior prägte das Corporate Image zudem persönlich, indem er als Alleinunternehmer mit seinem Privatvermögen für das Schicksal der rund 1.200 Mitarbeiter bürgte.

Vertikale Integration zwischen Strickerei und Direktverkauf

Trigema setzt auf eine außergewöhnlich hohe Fertigungstiefe, die in den Werken in Burladingen, Altshausen und Rangendingen abgebildet wird. Das Sortiment umfasst klassische Polo-Shirts, T-Shirts und Sportbekleidung aus Baumwolle, wobei das Unternehmen mit der Kollektion 'Trigema Change' frühzeitig auf kreislauffähige Textilien nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip setzte. Der Vertrieb erfolgt zu einem signifikanten Anteil über die rund 40 Testgeschäfte sowie den eigenen Online-Shop, wodurch Zwischenhändler umgangen werden.

Generationswechsel an der Spitze der Burladinger Textilschmiede

Im Januar 2024 vollzog das Unternehmen einen historischen Wandel in der Eigentümerstruktur, als Wolfgang Grupp die Leitung an die nächste Generation übergab. Sein Sohn Wolfgang Grupp junior führt seither die Geschäfte als persönlich haftender Gesellschafter, während Tochter Bonita Grupp ebenfalls zentrale Führungsrollen sowie die Leitung des E-Commerce übernimmt. Damit bleibt die Rechtsform des mittelständischen Familienunternehmens gewahrt, die eine schnelle Entscheidungsfindung und langfristige Standortsicherung priorisiert.