Der Bayern-München-Präsident wurde 2014 zu 3,5 Jahren Haft verurteilt, nachdem seine Selbstanzeige als unvollständig gewertet worden war. Der Fall setzte Maßstäbe für die weiteren Steuer-Selbstanzeigen prominenter Deutscher.
Zockergeschäfte über das Konto bei Vontobel
Der langjährige Manager und Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, wickelte über Jahre hinweg hochspekulative Devisengeschäfte über ein Schweizer Nummernkonto bei der Bank Vontobel ab. Die immensen Gewinne aus diesen Transaktionen wurden dem deutschen Fiskus verschwiegen, während Hoeneß gleichzeitig als moralische Instanz des deutschen Fußballs auftrat. Erst im Januar 2013 versuchte er, durch eine Selbstanzeige beim Finanzamt Miesbach Straffreiheit zu erlangen.
Unwirksame Selbstanzeige und Durchsuchung am Tegernsee
Die von Hoeneß eingereichte Selbstanzeige erwies sich im Kern als unzureichend, da sie unter Zeitdruck verfasst wurde und unklare Angaben zur Höhe der hinterzogenen Steuern enthielt. Im März 2013 eskalierte die Situation, als Ermittler der Staatsanwaltschaft München II sein Wohnhaus in Bad Wiessee am Tegernsee durchsuchten und einen Haftbefehl vollstreckten. Gegen die Zahlung einer Kaution in Millionenhöhe blieb der prominente Funktionär vorerst auf freiem Fuß, während die Ermittlungen das wahre Ausmaß ans Licht brachten.
Der Prozess vor dem Landgericht München II
Im März 2014 begann der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II unter dem Vorsitzenden Richter Dagobert Siemes. Während die Staatsanwaltschaft zunächst von 3,5 Millionen Euro ausging, gestand Hoeneß im Laufe der Verhandlung ein, dass die Summe deutlich höher liege. Am Ende des Verfahrens wurde eine tatsächliche Steuerschuld von mindestens 28,5 Millionen Euro festgestellt, was die Dimensionen klassischer Steuerdelikte weit überstieg.
Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg
Das Gericht verurteilte Uli Hoeneß am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Hoeneß verzichtete auf Revision, trat kurze Zeit später von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück und trat seine Haft in der JVA Landsberg am Lech an. Nach Verbüßung der halben Strafe wurde er im Februar 2016 vorzeitig aus der Haft entlassen und kehrte später an die Spitze seines Vereins zurück.