Nach Jahrzehnten Investitionsstau steckt die Bahn im größten Sanierungsprogramm ihrer Geschichte („Generalsanierung Korridor“). Bis 2030 werden 40 Streckenabschnitte komplett gesperrt und neu aufgebaut.
Vom Staatsunternehmen zum Logistikriesen am Bahntower
Die Deutsche Bahn AG entstand 1994 aus der Fusion von Bundesbahn und Reichsbahn und steuert ihr globales Geschäft heute vom Berliner Bahntower am Potsdamer Platz. Unter dem Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz erwirtschaftet die 100-prozentige Bundesgesellschaft einen Jahresumsatz von rund 44 Milliarden Euro. Mit etwa 340.000 Mitarbeitern weltweit zählt das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern der Bundesrepublik.
Strukturwandel zwischen DB Fernverkehr und DB Cargo
Das operative Geschäft gliedert sich in die Personenbeförderung mit den Marken Intercity-Express (ICE) und Intercity sowie die Gütersparte DB Cargo. Während der Fernverkehr durch den Ausbau der Flotte auf über 400 ICE-Züge wachsen soll, steht die Logistiktochter DB Cargo im harten Wettbewerb auf der Schiene vor ökonomischen Herausforderungen. Die Trennung von Betrieb und Infrastruktur bleibt dabei ein zentrales politisches Spannungsfeld in Berlin.
Generalsanierung der Hochleistungskorridore bis 2030
Um die Pünktlichkeitswerte im Schienenpersonenverkehr zu stabilisieren, führt der Konzern die radikale Generalsanierung des Schienennetzes durch. Den Auftakt machte im Juli 2024 die Riedbahn zwischen Frankfurt am Main und Mannheim, die für fünf Monate komplett gesperrt wurde. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen insgesamt 40 hochbelastete Streckenabschnitte grundlegend modernisiert und digitalisiert werden.
Internationale Erlöse durch DB Schenker und Arriva
Lange Zeit stützte die Logistiktochter DB Schenker mit ihren weltweiten Luft- und Seefrachtaktivitäten das Konzernergebnis maßgeblich. Der geplante Verkauf von Schenker markiert einen strategischen Wendepunkt, um die Schuldenlast des Konzerns zu senken und den Fokus auf das Kerngeschäft Schiene in Deutschland zu lenken. Parallel dazu wurde bereits die Trennung von der Auslandstochter Arriva vorangetrieben, um Kapital für nationale Infrastrukturprojekte freizusetzen.