RAG-Stiftung (aus Steinkohle-Ewigkeitslasten) hält weiterhin rund 55 %. Die Erträge finanzieren die Sanierung ehemaliger Bergbau-Regionen und den Wandel des Ruhrgebiets.
Spezialchemie-Erbe aus dem Ruhrgebiet
Die Evonik Industries AG mit Hauptsitz auf dem traditionsreichen Campus in Essen entstand 2007 aus der Ausgliederung der Chemie-, Energie- und Immobiliensparten der RAG Aktiengesellschaft. Heute agiert der Konzern unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Christian Kullmann als einer der weltweit führenden Akteure im Bereich der Spezialchemie. Das Unternehmen trägt eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, da die Mehrheit der Anteile von der RAG-Stiftung gehalten wird, um die Ewigkeitslasten des deutschen Steinkohlebergbaus dauerhaft zu finanzieren.
Umsatzvolumen und strategische Kennziffern 2024
Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete Evonik einen Konzernumsatz von rund 16 Milliarden Euro und steuerte damit durch ein herausforderndes makroökonomisches Umfeld. Das bereinigte EBITDA lag dabei in einer Zielspanne von 1,9 bis 2,2 Milliarden Euro, wobei das Unternehmen massiv in den Ausbau wachstumsstarker Geschäftsfelder investiert. Weltweit beschäftigt die Gruppe rund 33.000 Mitarbeiter, die an Produktionsstandorten in 27 Ländern technologische Lösungen für Kunden in über 100 Nationen entwickeln.
Dominanz in Smart Materials und Specialty Additives
Die operative Struktur gliedert sich primär in die Divisionen Specialty Additives, Nutrition & Care sowie Smart Materials. Das Segment Smart Materials liefert innovative Produkte wie die Marke VESTAMID für die Automobilindustrie und Hochleistungskunststoffe für den 3D-Druck. Im Bereich Nutrition & Care fokussiert sich Evonik auf Gesundheit und Pflege, wobei insbesondere die Produktion von Aminosäuren für die Tierernährung eine zentrale Säule des Portfolios darstellt.
Regionale Verteilung und globale Marktpräsenz
Obwohl das Unternehmen tief im Ruhrgebiet verwurzelt ist, erzielt Evonik den Großteil seiner Erlöse außerhalb Deutschlands, wobei Nordamerika und der asiatisch-pazifische Raum die wichtigsten Wachstumsregionen darstellen. In China betreibt der Konzern bedeutende Standorte wie den Multi-User-Site in Shanghai, um die steigende Nachfrage in den Schwellenländern direkt vor Ort zu bedienen. Die Forschungsquote bleibt stabil hoch, um den Wandel hin zu einer klimaneutralen und kreislauforientierten Chemieproduktion aktiv zu gestalten.